Kicker-Interview mit Peter Lux

Hallo, Peter Lux...Was machen Sie eigentlich?

Peter Lux spielte von 1981 bis 1990 in der Liga (gemeint ist die 1. Bundesliga - Anm. des Webmasters) bei Braunschweig, Hamburg und Mannheim, schoss dabei 31 Tore. Heute arbeitet der 40-Jährige als Golflehrer. Mit ihm sprach Hans-Günter Klemm.

kicker: Wir erwischen Sie bei der Live-Übertragung des UI-Cup-Spiels Wolfsburg - Perugia. Enttäuscht über die Wolfsburger?

Peter Lux: Blöd gelaufen. Wolfsburg hatte keine Chance.

kicker: Stört es Sie als ehemaligen Braunschweiger, dass Wolfsburg die Eintracht überholt hat und nun die Nummer eins ist?

Lux: Was heißt hier Nummer eins? Wonach gehen wir? Nach Klassenzugehörigkeit, nach Stadion, nach Zuschauern? In Wolfsburg waren gut 12 000 Zuschauer. Ein ähnliches Spiel in Braunschweig und die Hütte ist mit 25 000 voll.

kicker: Gehen Sie überhaupt in die Volkswagen-Arena?

Lux: Bei der Eröffnung war ich da. Ansonsten fällt es mir schon schwer, nur im Notfall, wenn ich 1. Liga gucken will. Häufiger bin ich bei meiner Eintracht.

kicker: Steigt Sie wieder auf?

Lux: Ich hoffe. Es sieht gut aus.

kicker: Eintracht war ein wichtiger Teil Ihres Lebens.

Lux: Ja, ich bin dort Profi geworden und habe dort aufgehört.

kicker: Mit 30 schon. Warum so früh?

Lux: Weil ich mit dem Trainer Uli Maslo nicht zurecht kam.

kicker: Ihre größten Erfolge?

Lux: Mit 18 Jahren der Aufstieg in die 1. Liga mit Braunschweig, 1984 die Olympia-Teilnahme in Los Angeles und der Pokalsieg mit dem HSV 1987.

kicker: Alles deutete auf eine große Karriere hin. Warum kam es doch anders?

Lux: Als Franz Beckenbauer 1984 Teamchef wurde, stand ich in seinem ersten Aufgebot. Leider kam ich in der A-Elf nie zum Einsatz.

kicker: Hat sich der Wechsel zum HSV ausgezahlt?

Lux: Ich war und bin zufrieden, habe Freunde fürs Leben kennen gelernt: Heinz Gründel und Thomas von Heesen.

kicker: Sie sollen mit Felix Magath, damals Manager, nicht klargekommen sein?

Lux: Stimmt nicht. Felix war mein Freund. Doch er musste Spieler verkaufen. Thomas Kroth oder mich. Für mich lag ein Angebot von Waldhof vor. Daher bin ich weg.

kicker: Von Mannheim dann nach Dresden. Wieso nach dem Mauerfall dieser umgedrehte Weg von West nach Ost?

Lux: Ich wollte zurück nach Braunschweig, doch die konnten nicht zahlen. Also bin ich in den Osten.

kicker: Wie war es?

Lux: Eine heiße Kiste. Morgens Aufstehen und vor dem Training "Gut Sport!" oder "Schönen Fußball!" brüllen - eine deftige Nummer.

kicker: Früher Fußballprofi, nun Golfprofi. Wie kam es dazu?

Lux: In unserem Klub "Rittergut Hedwigsburg" nahe Wolfenbüttel hörte ein Golflehrer auf. Da habe ich die Ausbildung gemacht und ihn im Jahr 2000 abgelöst.

kicker: Welches Handicap hatten Sie damals?

Lux: So um die sieben.

kicker: Und heute könnten Sie Bernhard Langer schlagen?

Lux: Wenn ich spiele, ist das Resultat zweitrangig. Ich will Spaß auf der Runde haben.

kicker: Ihr Vorbild als Golfer?

Lux: Für mich sind alle Helden, die mit diesem Sport anfangen und die Geduld dafür aufbringen.

kicker: Golf und Fußball...

Lux: ...der ideale Ausgleichssport. Die Trainer sollten froh sein, wenn ihre Jungen Golf spielen und nicht einen anderen Scheiß machen.

Quelle: Kicker Sportmagazin Nr. 71 vom 28. August 2003
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